Funktionen
SONNENSCHUTZ IM FREIEN
♦ Thermischer Komfort
Sonnenschutz im Freien bedeutet wohltuenden Schatten auf Terrassen, Balkonen und in Gärten zu schaffen. Im Gegensatz zum Sonnenschutz für Gebäude geht es nicht um Überwärmung von Räumen sondern um Behaglichkeit im Freien, Schutz der Haut vor direkter Sonne und vor allem vor UVB-Strahlung durch
SONNENSCHUTZ FÜR GEBÄUDE
♦ Energieeffizienz
♦ Thermischer Komfort
Anforderungen an den Sonnenschutz:
- Begrenzung der solaren Lasten
- Begrenzung der Aufheizung transparenter Fassadenteile
- Schutz vor direkter Bestrahlung durch die Sonne
- Automatische Regelung mit individueller Eingriffsmöglichkeit
Unter "Sonnenschutz" versteht man vor allem den Schutz vor Überwärmung infolge Sonneneinstrahlung. Gemäß ÖNORM B8110 Teil 3 gilt eine maximale Raumtemperatur von 27°C als Grenztemperatur für den Tag, die nicht überschritten werden sollte.
Mit zunehmenden Glasflächenanteile und / oder abnehmenden speierwirksamen Massen (Leichtbauweise) steigt das Risiko der Überwärmung. Die Gefahr der so genannte "sommerliche Überwärmung" ist somit nicht nur im Sommer gegeben, sondern von April bis Oktober. Durch die noch tief stehende Sonne kann die Wärmebelastung in Übergangszeiten sogar höher sein, als im Hochsommer!
Sonnenschutzprodukte können - je nach Art und Anbringung - die direkte Sonneneinstrahlung um bis zu 90% reduzieren, sodass Räume, auch ohne Einsatz mechanischer Lüftung oder Klimageräten, an heißen Tagen ein behagliches Raumklima bieten. Vor dem Fenster montierter Sonnenschutz ist wesentlich effektiver, da er die Wärmestrahlung der Sonne erst gar nicht ins Gebäude lässt.Hinter der Verglasung montierter Sonnenschutz ist dann effektiv, wenn sein Reflexionswert hoch ist und und der Behang wenig Wärme absorbiert, und eine richtige Glaswahl getroffen wurde!
Das Ergebnis einer Simulation für ein Bürogebäude in Wien mit 65% Glasfassade vom 15 bis 30 Juli beweist:
- Ohne Gegenmaßnahmen (Sonnenschutz oder aktives Kühlen) wird die Grenztemperatur von 28°C praktisch durchgehend überschritten (203,4h); maxiamel Raumtemperatur 33°C!
- Konditionierung des Raumes auf 23°C mittels Klimaanlage erfordert 12 kWh bezogen auf 1 m² Glafläche!
- Durch passives Kühlen mittels außen montierten Sonnenschutz wird die maximal zulässige Raumtemperatur von 28°C nicht überschritten!
- Sonnenschutz in Kombination mit einer Klimatisierung gewährleistet eine Maximale Raumtemperatur von 25°C bei maximal 2 kWh bezogen auf 1 m² Glasfläche!
- Der Energiebedarf für aktives Kühlen kann um 83% reduziert werden!
- Sonnenschutz gewährleistet eine um 5°C niedrigere Raumtemperatur gegenüber einer unbeschatteten Fassade!
- Fazit - wer die Wärme draußen läßt, muss sie nicht künstlich wegkühlen!
BLENDSCHUTZ
♦ Visueller Komfort
Anforderungen an den Blendschutz:
- Leuchtdichte am Fenster auf ein der Sehaufgabe entsprchendes Maß reduzieren
- Unterbrechung des Sichtkontaktes zur direkten (grellen) Sonne
- Aussicht und Kontakt zur Umwelt gewährleisten
- Variable Einstellmöglichkeit mit benutzerorientierten Bedienung
Unser Auge ist nicht dafür geschaffen in die pralle Sonne zu sehen und es kann Kontraste, also Hell- Dunkelunterschiede, nur in eingeschränktem Maße verarbeiten. Blendung stört unsere Warnehmung und damit auch die Leistungsfähigkeit! Der Blendschutz spielt nicht nur, aber vor allem in der Berufswelt eine wesentliche Rolle.
Ein richtig geplanter Blendschutz schütz das Auge vor zu viel Licht und störenden Einflüssen; deshalb ist der Blendschutz u. a. in der Arbeitsstättenverordnung und im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz gesetzlich geregelt:
- Arbeitsräume müssen natürlich belichtet sein.
- Eine Sichtverbindung ins Freie muss möglich sein.
- Gegen die Beeinträchtigung der Wahrnehmeung und des Sehvermögens infolge von Blendung sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
BLENDSCHUTZ FÜR BILDSCHIRMARBEITSPLÄTZE
♦ Visueller Komfort
Blendschutz an Bildschirmgeräten - insbesondere Gebäude mit hohem Glasflächenanteil stellen diesbezüglich eine besondere Herausforderung dar. Die Fassadenflächen weisen hohe Leuchtdichten auf, die Helligkeit der Bildschirme liegen jedoch meist weit unter dem zulässigen Kontrastwerten(Bildschirmarbeitsplatzverordnung). Hoher Kontrast führt zu Leistungsschwächen infolge Überbeanspruchung des Sehapparates, zu Ermüdung und und Unbehagen..
Auf Grundlage einer EU-Richtlinie gilt für Bildschirmarbeitsplätze eine eigene Verordnung.
- Bildschirmarbeitsplätze sind so einzurichten, dass u. a. Fenster keine Direktblendung und möglichst keine Reflexion auf dem Bildschirm verursachen.
- Die Fenster müssen mit einer geeigneten verstellbaren Lichtschutzvorrichtung ausgestattet sein, durch die sich die Stärke des Tageslichteinfalls auf den Arbeitsplatz vermindern lässt.
- Strahlung (ausgenommen Tageslicht) muss auf Werte verringert werden, die vom Standpunkt der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer unerheblich sind.
- Die Lichtverhältnisse müssen ausreichend sein und einen ausgewogenen Kontrast zwischen Bildschirm und Umgebung gewährleisten.
- Kontrastverhältnisse aus ergonomischer Sicht
Kontrastverhältnis im Sichtbereich maximal 3 : 1
Kontrastverhältnis im Umfeld maximal 10 : 1 - unbeschattete Fensterflächen stellen eine zu helle Umgebung dar
In der Regel wird der Blendschutz raumseitig montiert, um auch bei stürmischen Außenklima dessen Wirksamkeit zu gewährleisten. Die Sonnenschutzwirkung von innen montierten Blendschutzvorrichtungen ist physikalisch bedingt geringer als jene von Außenbeschattungen.
TAGESLICHTNUTZUNG
♦ visueller Komfort
♦ Energieeffizienz
Beschattung und Tageslichtnutzung klingt widersprüchlich, ist aber realisierbar.
Tageslichtnutzung ist eine sehr sinnvolle Zusatzfunktion von Sonnen- und Blendschutzprodukten.
Es kommt darauf an, trotz Verschattung ausreichend Tageslicht in den Raum zu lenken, damit trotz ausreichender Außenhelligkeit nicht Kunstlicht zugeschaltet werden muss.
Tageslichtnutzung kann auf vielfältige Weise erreicht werden, beispielsweise:
- durch verstellbare (sonnenstandsgeführte) Lamellen
- durch variable Transparenzgrade bei Geweben
- durch von unten nach oben gefahrenen Blendschutz
- durch integrierte, lichtlenkende Profile
- durch Zweiteilung des Behanges
Sonnen- und Blendschutzprodukte mit Tageslichtfunktion können daher den Tageslichteinfall und die Raumbeleuchtung regeln.
Wird Tageslicht von reflektierenden Profilen und Stäben bewusst in Raumtiefe gelenkt, spricht man von Tageslichtbeleuchtung - das Fenster bildet die Lichtquelle, die Lichtlenkprofile den Reflektor!
KONTAKT ZUR AUSSENWELT - AUSBLICK
♦ visueller Komfort
Glasflächen gewährleisten den Kontakt zur Außenwelt, sei es beispielsweise die Kinder im Garten zu beobachten oder während der Arbeit den Tagesablauf wahrnehmen zu können.
Bei dynamischen Sonnen- oder Blendschutzsystemen wird zwar die freie Sicht nach draußen eingeschränkt, um gegebenen Falls das Überwärmung- und Blendungsrisiko zu beherrschen; andererseits können diese wegfahrbaren Systeme die meiste Zeit über ungestörte Sicht und maximalen Lichteintrag gewährleisten, wenn man dies wünscht.
Beschattung und Sichtverbindung sind bei vielen Produkten kein Widerspruch. Zum Beispiel wird durch Wahl der richtige Lamellenstellung oder einer Behangart mit entsprechendem Transparenzgrad eine
Sichtverbindung auch bei aktiviertem Sonnen- oder Blendschutz erzielt. Sichtkontakt nach draußen gewährleisten entweder verstellbare Lamellen oder transparente Textilien.
SCHUTZ DER PRIVATSPHÄRE - SICHTSCHUTZ
♦ Schutz und Sicherheit
Nicht immer wünscht man sich uneingeschränkten Kontakt zur Außenwelt, vor allem dann nicht, wenn es um unerwünschte Einblicke und den Schutz der Privatsphäre geht.
Die Dynamik von Beschattungssystemen passt sich dem Tagesverlauf an; sie ermöglichen unter Tag den Sichtbezug nach Draußen aber auch den nötigen Sichtschutz bei Nacht.
Der Schutz der Privatsphäre ist eine häufig gewünschte Zusatzfunktion vieler Produkte, die vor allem einen psychologischen Schutz bieten; für einen wirksamen Schutz gegen Einbrecher empfehlen sich speziell adaptierte Produkte wie einbruchshemmende Rollläden.
ABDUNKELN
♦ Visueller Komfort
♦ Schutz und Sicherheit
Abdunkeln ist mehr als Beschatten aber weniger als Verdunkeln.
Abdunkeln bedeutet, den Lichteintrag weitestgehend auszuschalten, beispielsweise bei Präsentationen wo man die Teilnehmer im Raum zwar erkennen möchte, aber vor allem die Präsentation im Mittelpunkt stehen soll.
Viele Sonnenschutzprodukte, vor allem Raffstore mit Dichtlippen und textile Beschattungen mit entsprechend dichtem Gewebe, bieten neben Sonnenschutz- und Tageslichtnutzung auch die Funktion der Abdunkelung!
VERDUNKELN
♦ Schutz und Sicherheit
Verdunkeln ist eine spezielle Zusatzfunktion einiger Beschattungssysteme.
Verdunkeln bedeutet den Tageslichteintrag von außen gänzlich auszuschalten, beispielsweise in Schlaf- und Kinderzimmern oder in Museen und bei Präsentationen.
Produkte wie Rollläden, Beschattungen mit Blackoutstoffen und Verdunkelungsanlagen sorgen dafür, dass der Tag zur Nacht wird!
Passives Heizen
Energieeffizienz und thermischer Komfort
Die Energie der Sonne wird immer öfter mittels Kollektoren in Warmwasser und Strom umgewandelt. Sind ausreichend Glasflächen mit hohem Energiedurchlasgrad vorhanden und sind diese auch richtig positioniert, entlastet die von der Sonne einstrahlende Wärme die Heizung ganz ohne Kollektoren und Wirkungsgradverluste beträchtlich! Die direkte Nutzung der Sonne in Form einer passiven Heizung ist die effizienteste Form der solaren Nutzng!
Sonnenschutz sollte daher einfahr-, raffbar oder wegfahrbar sein, damit er im Sommer vor zu viel Hitze schützt aber im Winter die Kraft der Sonne nützt - Heizen zum Nulltarif!
Starre Verschattungen (nicht wegfahrbare Systeme aber auch Folien und Sonnenschutzgläser) sind für die warme Jahreszeit konzipiert und können nicht auf die gänzlich anderen Anforderungen der kalten Jahreszeit "umschalten".
WÄRMESCHUTZ IM WINTER
♦ Energieeffizienz
♦ Thermischer Komfort
Trotz enormer Fortschritte seitens der Glastechnologie sind Glasflächen für den Verlust von wertvoller Heizwärme verantwortlich. Je besser bzw. je niedriger der U-Wert der Verglasung desto besser ist der Schutz gegen Wärmeverlust.
Dicht schließende Beschattungssysteme können die U-Werte von Verglasungen deutlich verbessern:
- Bei Einscheibenverglasungen bis zu 40%
- Bei Wärmeschutzgläsern um bis zu 20% und
- bei Passivhausfenstern um bis zu 10%
Die U-Wertverbesserung durch Innen- oder Außenbeschattungen vermindert die Gebäudeauskühlung und trägt somit wesentlich zur Reduzierung der Heizkosten bei.
Außerdem sorgen sie für mehr Behaglichkeit, denn sie reduzieren die Kältestrahlung von Verglasungen spürbar.
SCHUTZ VOR WIND UND WETTER
♦ Schutz und Sicherheit
Wetterschutz ist eine nützliche Zusatzfunktion einiger Beschattungssysteme.
Vor allem außen angebrachte Behänge, welche in Profilen oder Schienen geführt werden, sind geeignet erhöhte mechanische Lasten durch Wind und Wetter aufzunehmen.
Automatisierte Systeme lassen sich auf die örtliche Windsituation einstellen, sodass ein hochwertiger Sonnenschutz nicht unnötiger Weise einem Unwetter geopfert werden muss.
Da der Schutz vor zu viel Sonne vor der Fassade wesentlich besser erfüllt werden kann als raumseitig, ist die Windstabilität ein sehr aktuelles und wichtiges Thema speziell außen montierten Sonnenschutz. Iin jüngster Zeit wurden Produkte entwickelt, die für Windgeschwindigkeit über 100 km/h ausgelegt sind und somit auch eine effektiven Sonnenschutz beim mehrgeschossgen Hochbau bzw. in exponierten Lagen erlauben.
Die gebrauchstaugliche Windgeschwindigkeit ist abhängig vom Produkt, dessen Größe, Bauart (Gestell), Behangart sowie der Einbaulage.
Richtwerte für gebrauchstaugliche Windgeschwindigkeiten:
bis ca. 40 km/h:
Produkte mit losen Behängen, seil- oder schienengeführt; z. B. Außenjalousien und einfache Fassadenmarkisen
>40 bis <60 km/h:
Produkte mit windgesicherten Behängen, z. B. Raffstore, winsichere Fassadenmarkisen
>60 km/h:
Produkte mit erhöhter Windsicherung, z. B. Rollläden sowie Raffstore und Fassadenmarkisen mit Sturmausrüstung
SCHUTZ VOR INSEKTEN UND POLLEN
♦ Schutz und Sicherheit
Wer über Fenster lüftet verschafft sich frische Luft und komfortables Raumklima. Weniger komfortabel ist es jedoch, wenn man Insekten im Wohnzimmer, Küche oder Badfindet begenet und wenn Allergiker mit der Frischluft jede Menge Pollen frei Haus geliefert bekommen.
Viele Sonnenschutzprodukte lassen sich mit Pollen- und Insektenschutz kombinieren oder auch nachrüsten, sodass niemand auf frische Luft ohne störende Kleinlebewesen und Pollen verzichten muss.
SCHALLSCHUTZ UND RAUMAKUSTIK
♦ Akustischer Komfort
Ein oft übersehener bzw. überhörter Zusatznutzen von Sonnenschutzsystemen stelllt deren Akustik verbessernde Wirkung dar.
Einerseits wirken Glasflächen wie Membranen, die den Verkehrslärm ins Gebäudeinnere übertragen - die Glasfläche wird zur Schallquelle.
Andererseits wird Raumschall von glatten Oberflächen ganz besonders gut reflektiert, verglaste Fassaden und große Fensterflächen verschlechtern somit die Raumakustik.
Sowohl Beschattungen mit Lamellen als auch solche mit Textilien brechen bzw. dämpfen den Schall und verbessern somit die akustische Qualität bzw. den hygienischen Komfort.
MATERIAL - FORM - FARBE
♦ Gestalten
Beschattungssysteme beeinflussen das Erscheinungsbild von Gebäuden, Fassaden, und Räumen! Neben den primären Funktionen wie beispielsweise Sonnenschutz, Blendschutz, Sichtschutz, Tageslichtnutzung u. s. w. spielen Material, Form und Farbe eines Produktes eine wesentliche Rolle.
Bei der Planung von Sonnen- und Blendschutz geht es auch darum, Funktion und Design in Einklang zu bringen, sei es als bewusst eingesetztes aktives Gestaltungsmodul oder als passives Element, welches sich der Architektur unterordnet.


